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Als Ökostrom (oder auch Grüner Strom) wird i.d.R. Strom bezeichnet, welcher aus regenerativen Energiequellen stammt. Da der Begriff Ökostrom jedoch nicht rechtlich geschützt ist, können Stromproduzenten ihn frei benutzen, wodurch das Angebot an Ökostromtarifen in den letzten Jahren stark gestiegen und der Markt dadurch sehr undurchsichtig geworden ist. Grundsätzlich zählen Biomasse, Geothermie, Wasserkraft, Wind-, Meeres- und Sonnenenergie als Ökostrom.

Strom, welcher aus fossilen Brennstoffen oder Atomenergie produziert wird, nennt sich Graustrom. Dieser kann jedoch legal als Ökostrom angeboten werden, wenn die Unternehmen ein entsprechendes Zertifikat vom Renewable Energy Certificate System (RECS) besitzen. Die Zertifikate bekommen Unternehmen, welche Strom nachhaltig herstellen. Diese Unternehmen können ihre Zertifikate dann für den Verkauf von Ökostrom nutzen oder sie an einem internationalen Markt verkaufen. Dies könnte z.B. der Fall sein, wenn ein Unternehmen nicht genügend Abnehmer für Ökostrom hat.

Es kann also sein, dass ein Stromanbieter seinen selbsterzeugten Ökostrom als Graustrom verkauft und umgekehrt, dass ein Stromanbieter durch ein gekauftes Zertifikat Ökostrom anbietet, ohne selbst welchen zu erzeugen. Währen der Handel mit Emissionsrechten Umweltverschmutzung mit zusätzlichen Kosten belegt, macht das RECS den ideellen Mehrwert erneuerbarer Energien mittels einer Handelsplattform zugänglich.

Durch einen Ökostromtarif bekommt man also nicht zwangsläufig Ökostrom. Man sorgt jedoch dafür, dass innerhalb der 15 europäischen Teilnehmerländer auch eine entsprechende Menge an Ökostrom erzeugt und genutzt wird.

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Wer jedoch Ökostrom beziehen möchte, ohne Graustromproduzenten zu unterstützen, sollte einen Anbieter mit Ökostrom-Label wählen. Im Gegensatz zu Zertifikaten, die gehandelt werden und sich überwiegend um die Quellen und die Zusammensetzung des Stroms kümmern, sagen Labels mehr über die Qualität des Ökostroms aus. Anbieter mit Ökostromlabels investieren bspw. einen bestimmten Prozentsatz pro verkaufter Kilowattstunde in die Förderung nachhaltiger Stromproduktion. Jedoch können die Kriterien für die Auszeichnungen sehr voneinander abweichen.

 

Zu den bekanntesten Labels gehören:

  • Grüner Strom Label
  • ok-power Label
  • TÜV Nord
  • TÜV Süd

 

Grüner Strom Label

Um dieses Label zu bekommen, muss neben der Herkunft des Stroms auch die zugehörige Strommenge nachgewiesen werden. Investitionen in nachhaltige Projekte müssen durch einen festen Satz pro kWh gefördert und bestimmte Umwelt- und Naturschutzkriterien eingehalten werden. Das Label wird nicht an Unternehmen erteilt, die Atomkraftwerke betreiben, an Kohlekraftwerken beteiligt sind oder keine nachhaltige Unternehmenspolitik nachweisen können.

 

ok-power Label

Dieses Label legt großen Wert auf die Energiequellen. Deponie- und Grubengas, sowie Windkraftanlagen, die in einem Naturschutzgebiet stehen, sind von der Zertifizierung ausgeschlossen. Das Label wird in drei Stufen unterteilt.

  • Händlermodell: Förderung des Ausbaus der erneuerbaren Kapazitäten durch den Bezug von Strom aus Neuanlagen (1/3 des Stroms muss aus Anlagen stammen, die nicht älter als 6 Jahre sind und 1/3 aus Anlagen, die nicht älter als 12 Jahre sind)
  • Initiierungsmodell: Investition in den beschleunigten Ausbau von EE-Anlagen
  • Innovationsfördermodell: Investitionen in innovative Projekte zur Beschleunigung oder qualitativen Verbesserung der Energiewende

 

TÜV NORD Zertifikat

Der TÜV Nord bescheinigt mit seiner Auszeichnung, dass der Strom zu 100% aus erneuerbaren Energien stammt. Des Weiteren muss der Anbieter den Ausbau erneuerbaren Energien fördern und die Bilanzierungsverfahren, sowie die Kommunikation an den Endkunden nachvollziehbar und transparent gestalten. Der zusätzliche Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien kann in zwei unterschiedlichen Varianten realisiert werden. Es müssen entweder mindestens 33% des Stroms aus Neuanlagen stammen oder alternativ für jede kWh Ökostrom ein bestimmter Centbetrag in den Zubau investiert werden.

 

TÜV SÜD Zertifikat

Der TÜV Süd vergibt seine Zertifikate nach zwei unterschiedlichen Standards, welche beide um den Aspekt der Regionalität erweitert werden können. Die Gelder zur Förderung müssen innerhalb von 1-3 Jahren investiert werden. Preisaufschläge gegenüber herkömmlichen Stromprodukten müssen zu mindestens 2/3 dem Ausbau regenerativer Energien investiert werden.

  • EE01: mind. 30% des Stroms muss aus neuen Anlagen stammen. Alternativ dazu kann der Anbieter 0,3 Cent je kWh des abgesetzten Ökostroms in einen Förderfonds einzahlen
  • EE02: Zeitgleichheit: Zu jeder Viertelstunde muss so viel Strom produziert werden, wie die Endkunden zeitgleich verbrauchen

 

Um den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern, sollte sich daher nicht auf Ökostrom-Zertifikate verlassen, sondern nach Tarifen mit Gütesiegeln geschaut werden. Beispielsweise verzichten Greenpeace Energy und Naturstrom AG auf den Einsatz von REC S-Zertifikaten. Lichtblick und EWS nutzen sie als technischen Nachweis/ Register, wo hingegen ok-power Label die REC S-Zertifikate zulässt.

Was viele nicht erwarten aber wissen sollten: Ökostrom muss nicht teurer als Graustrom sein. Schau doch einfach mal unverbindlich in unserer App nach!

 

Zusammenfassung:

  • Graustrom kann durch den RECS Zertifikate Handel auch als Ökostrom verkauft werden
  • Nur Ökostrom Labels können garantieren, dass Strom wirklich aus regenerativen Quellen kommt
  • Es gibt zahlreiche Ökostrom Labels. Grüner Strom Label, ok-power Label, TÜV Nord und TÜV Süd gehören zu den bekannten und vertrauenswürdigen Labels

 

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