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Die meisten Solaranlagen sind nach spätestens 30 Jahren reif für die Entsorgung. Das wirft einige Fragen auf, denn die Panele liefern zwar saubere Energie, stecken aber voller wertvoller und teilweise giftiger Stoffe. Wir erklären, warum das Recycling von Solaranlagen so wichtig ist, wer dafür zuständig ist und wie ihr eure Solaranlage ordnungsgemäß entsorgt.

Jedes recycelte Solarmodul ist ein zusätzlicher Beitrag zum Umweltschutz

Je nach Modulart stecken in Solaranlagen verschiedene giftige sowie seltene Rohstoffe. Siliziummodule beinhalten neben dem Silizium unter anderem Blei, das zum Verlöten der Kacheln genutzt wird. In Dünnschichtmodulen steckt Cadmiumtellurid (CdTe) sowie Kupfer-Indium-Diselenid (CIS). Cadmium, Tellur und Blei sind umweltschädlich; Kupfer und Silizium sind selten und verschlingen beim Abbau große Mengen Energie. Eine umweltgerechte Entsorgung dient deshalb zwei Zielen: Der Energieaufwand zur Herstellung eines neuen Moduls soll möglichst niedrig gehalten werden und potenziell giftige Rohstoffe sollen nicht in die Natur gelangen.

Bei der Entsorgung trennt ein Fachbetrieb die Module in ihre einzelnen Bestandteile auf. So fällt wenig Abfall an und die wertvollen Rohstoffe, die zuvor mit viel Energieeinsatz gefördert und verarbeitet wurden, finden ihren Weg in neue Module oder andere Elektronik. Das lohnt sich. Denn es vergehen zwei Jahre, bis die Energiebilanz eines neuen Solarmoduls bei null liegt, es also so viel Energie erzeugt hat, wie für seine Herstellung benötigt wurde. Bei Solarmodulen aus Silizium rechnet sich Recycling besonders: Neues Silizium abzubauen und aufzubereiten würde 30% mehr Energie verschlingen, als die gleiche Menge aus recycelten PV-Anlagen zu gewinnen.

 

Wer ist für die Entsorgung alter Solarmodule zuständig?

Damit alte Solaranlagen und andere Elektrogeräte umweltgerecht entsorgt werden, hat die EU 2012 die WEEE-Richtlinie (Waste of Electrical and Electronic Equipment) beschlossen. Sie verpflichtet die Mitgliedsstaaten, Gesetze zu erlassen, die die ordnungsgemäße Entsorgung von Elektronikmüll regeln. Deutschland hat die Richtlinie in 2015 umgesetzt. Seit 2016 gilt sie auch für Solarmodule, was die Entsorgung von Solaranlagen deutlich vereinfacht hat.

Seit der Neuregelung könnt ihr eure ausrangierten Module an vielen kommunalen Entsorgungshöfen abgeben. Nicht alle, aber die meisten Entsorgungshöfe nehmen ausrangierte Solarmodule an. Ob dies der Fall ist und wo alte Elektrogeräte und Solarmodule entsorgt werden können, erfahrt ihr auf der Seite der Stiftung Elektro-Altgeräte-Register. Die gute Nachricht: Die Entsorgung der alten Module ist für euch komplett kostenlos! Das liegt daran, dass das Gesetz die Hersteller der Komponenten verpflichtet, diese ordnungsgemäß zu entsorgen und recyclen zu lassen. Eure Pflicht beschränkt sich also darauf, die Module an den vorgegebenen Stellen abzugeben.

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Auch gewerbliche Anlagen müssen vom Hersteller kostenfrei entsorgt werden

Die Regelung gilt nicht nur für private Nutzer. Auch wenn ihr eure Solaranlage gewerblich betreibt, sind die Hersteller für die Entsorgung der Module zuständig. In diesem Fall könnt ihr sie ebenfalls zu einer der Sammelstellen bringen. Die einzige Ausnahme sind große Anlagen: Mehr als 40 Solarmodule nehmen die kommunalen Entsorgungshöfe nicht an. In diesem Fall springen die Hersteller selbst ein und holen die Module ab. Um das Recycling alter Solarmodule effizienter zu gestalten, haben sich die meisten europäischen Modulhersteller im Verband PV-Cycle zusammengeschlossen. Auch zahlreiche Importeure und Händlern sind Mitglied bei PV-Cycle, sodass die meisten in Deutschland betriebenen PV-Anlagen hierüber entsorgt werden können.

 

Wo entsorgt man Wechselrichter, Solarbatterien und andere Elektronik?

Neben den Modulen enthalten auch die übrigen Komponenten einer Solaranlage giftige oder seltene Stoffe, die umweltgerecht entsorgt oder wiederverwertet werden müssen. Als Faustregel gilt: Alles, was im weitesten Sinne Elektronik ist, fällt unter die WEEE-Richtlinie. So muss auch der Wechselrichter vom Hersteller entsorgt werden. Dafür könnt ihr ihn einfach beim Händler abgeben, der die ausrangierte Elektronik dann an die jeweiligen Hersteller weiterreicht. Gleiches gilt für alte Solarspeicher, die der Definition nach zu Industriebatterien gehören. Im Gegensatz zu Solarmodulen ist die Abgabe von Solarbatterien und anderen elektronischen Komponenten der PV-Anlage bei den kommunalen Sammelstellen allerdings nicht kostenlos. Der günstigste Weg, Solarkomponenten zu entsorgen, führt deshalb über die Händler.

 

Zusammenfassung

* Die Entsorgung von Solarmodulen ist kostenfrei
* Weniger als 40 Module können bei den meisten kommunalen Entsorgungshöfen abgeben werden
* Mengen über 40 Stück werden in den meisten Fällen von PV-Cycle auf Anfrage organisiert eingesammelt
* Andere Komponenten der Solaranlage könnt ihr bei Händlern oder ebenfalls bei Entsorgungshöfen abgeben
* Die Abgabe von anderen Solarkomponenten ist nur beim Händler kostenlos. Entsorgungshöfe berechnen für Elektronikmüll eine Gebühr

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