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Ein PV-Heizstab hat einen Wirkungsgrad von 100%. Steckt man auf einer Seite 1 kWh elektrische Energie herein, kommt auf der anderen Seite 1 kWh thermische Energie heraus. Trotzdem gibt es nach wie vor Zweifel daran, überschüssigen Solarstrom zum Heizen zu benutzen. Das liegt derzeit vor allem an zwei Dingen: der Einspeisevergütung und den günstigen Preisen für Heizöl. Beides könnte sich allerdings schon bald ändern.

Eigenverbrauchsoptimierung entwickelt sich zum wichtigsten Thema für PV-Betreiber

Wer heute eine Solaranlage mit einer Nennleistung von bis zu 10 kWp in Betrieb nimmt, erhält 12,2 ct für jede Kilowattstunde, die ins Netz eingespeist wird. Wer seine Anlage vor zehn Jahren in Betrieb nahm, erhielt noch 49,21 ct pro eingespeister Kilowattstunde. Allerdings nicht für immer. 2027, also 20 Jahre nach Inbetriebnahme der PV-Anlage, ist Schluss mit der Einspeisevergütung. Bis hierhin hat sich die PV-Anlage in der Regel rentiert. Allerdings ist fortan jede eingespeiste kWh Strom verschwendet.

Besitzer von Solaranlagen in Deutschland haben sich gewissermaßen an die Vorteile der Einspeisevergütung gewöhnt. Das Thema Eigenverbrauchsoptimierung ist erst seit einigen Jahren im Kommen. In diesem Zusammenhang lohnt sich auch eine Neubewertung der Heizung mit Solar-Strom via PV-Heizstab. Denn wenn der eingespeiste Solarstrom plötzlich keinen Ertrag mehr abwirft oder der Ertrag unter den Kosten für Heizbrennstoffe liegt, macht die Energiewende nicht mehr so viel Spaß wie die Jahre davor. Und ja: Der Wirkungsgrad eines PV-Heizstabs liegt wirklich bei 100%. Dies relativiert sich erst bei einer anderen Betrachtung. So wandelt der Heizstab zwar 100% der elektrischen Energie in thermische Energie um, allerdings geht auf dem Weg vom Kraftwerk zum Verbraucher einiges davon verloren. Nun sieht die Bilanz nicht mehr ganz so gut aus. Allerdings kann dies Betreibern von Solaranlagen egal sein. Denn sie wollen ja eben nicht den teuren Strom vom Netz verheizen, sondern den zu null Grenzkosten produzierten Solarstrom vom Dach.

Steigende Heizölpreise sind zu erwarten

Wer in den kommenden Jahren die Schwelle von 20 Jahren Betrieb der PV-Anlage überschreitet, sollte einen Blick auf das Thema „Heizen mit Solarstrom“ werfen. Dies gilt umso mehr, wenn man die möglichen Preissteigerungen am Ölmarkt betrachtet. Der Preis für ein Barrel Erdöl der Sorte „Brent“ kostet seit 2015 durchweg weniger als 60 US-Dollar. Anfang 2016 sank der Preis sogar auf unter 30 US-Dollar pro Barrel. Das spiegelt sich auch im Preis für Heizöl wieder, das derzeit etwas unter 60,- Euro pro 100 l bei einer Abnahmemenge von 3.000 l kostet. Heizöl ist günstig. Einen gewichtigen Anteil an den niedrigen Preisen haben verbesserte Fördermethoden. Sie haben dafür gesorgt, dass die Mahner einer drohenden Ölknappheit innerhalb von wenigen Jahren Lügen gestraft wurden. So haben sich die USA dank Fracking innerhalb kurzer Zeit zum weltgrößten Produzenten von Rohöl entwickelt – wenn auch mit entsprechenden Folgen für die Umwelt. Aber auch die klassische Förderung bei Tiefseebohrungen profitiert vom technologischen Fortschritt.

Allerdings hat auch die niedrige Nachfrage nach Rohöl in den vergangenen Jahren ihren Anteil am niedrigen Preis. Die EIA mahnt deshalb, dass starke Preisanstiege drohen, wenn die Produktion in den kommenden Jahren nicht stetig gesteigert wird. Sie prognostiziert einen steigenden Bedarf ab 2020, der sich trotz neuer Fördermethoden bei derzeitigem Ausstoß nicht decken lasse. Steigende Preise für Heizöl sind also schon bald zu erwarten. Hinzu kommt, dass die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen auf lange Sicht ohnehin ein Preisrisiko darstellt, das Eigenheimbesitzer mit entsprechenden Maßnahmen abfedern sollten. Eine PV-Anlage ist der erste richtige Schritt, um dies zu vermeiden. Aber Strom zum Heizen?

 

 

Ende der Einspeisevergütung befördert Interesse am Heizen mit Solarstrom

Ziehen wir ein vorläufiges Fazit:

1) Wo die Einspeisevergütung bald ausläuft, ist jede selbst genutzte Kilowattstunde Solarstrom bares Geld wert. Das Heizen mit Solar-Energie lohnt sich.

2) In allen anderen Fällen müssen wir rechnen. Ab welchem Heizölpreis ist es günstiger, auf die Einspeisevergütung zu verzichten?

Gehen wir von einer PV-Anlage aus, die im Oktober 2014 in Betrieb genommen wurde. Die Einspeisevergütung hierfür liegt bei 12,65 ct/kWh. Diese bekommt der Betreiber 20 Jahre lang garantiert, also auch heute. Aktuell liegt der Preis für Heizöl bei 58,- Euro pro 100 l. Heizöl hat eine sehr hohe Energiedichte. Ein Liter kommt auf einen Brennwert von rund 10 kWh, kostet beim derzeitigen Preisniveau gerade einmal 0,58 Euro. Pro Kilowattstunde Brennwert kommen wir also auf einen Preis von 5,8 ct im Vergleich zu 12,65 ct, die wir für jede eingespeiste Kilowattstunde Strom erhalten. Aus rein ökonomischer Perspektive kein lohnendes Geschäft, aber: Was ist, wenn die Einspeisevergütung wegfällt oder das Einspeisen gar nicht gewünscht ist?

Der PV-Boom begann ungefähr in 2001. Erstmalig wird also 2021 eine große Anzahl an Anlagen nicht mehr von der garantierten Vergütung durch das EEG profitieren. Dann steht zu erwarten, dass der überschüssige PV-Strom nur noch zum Börsenpreis verkauft werden kann. Angesichts der bereits jetzt niedrigen Gestehungskosten von Solarstrom ließen sich die meisten Anlagen auch damit noch kostendeckend betreiben. Allein für hohe Renditen wird es nicht mehr reichen – außer man verbraucht den wertvollen Strom selbst, um möglichst wenig teure Energie vom Stromnetz zukaufen zu müssen. In diesem Szenario lohnt es sich auch wirtschaftlich, mit Solarstrom zu heizen, schließlich zahlen Verbraucher für eine Kilowattstunde Strom mitunter bis zu 28 ct und sinkende Strompreise sind bisher nicht in Sicht. Eher im Gegenteil.

Heizen mit Solarstrom aus ökologischen Gründen

Bei der wirtschaftlichen Betrachtung von Solarstrom bleibt eines häufig außen vor: der Wunsch nach Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit. Es ist kein gutes Gefühl, den zu 100% ökologisch produzierten Solarstrom im großen See des Strommixes aufgehen zu lassen und dafür herkömmlichen Ökostrom einzukaufen. Dies gilt umso mehr, je größer das Bedürfnis nach Autarkie und Nachhaltigkeit ist. Hinzu kommt die Intransparenz am Strommarkt. Es ist für Verbraucher sehr schwierig, echten Ökostrom zu erkennen. Und selbst dann gibt es Unwägnisse. Die sauberste Energie ist letztlich noch immer die vom eigenen Dach – vor allem im Hinblick auf die weiter oben erwähnten Verluste beim Transport zum Kunden. Den aus der Sonne produzierten Solarstrom direkt vor Ort selbst zu verbrauchen, ist das Beste, was wir für die Umwelt tun können und macht uns zudem unabhängig von großen Energieversorgern.

Der große Vorteil: Einfache Installation und geringe Investition

Natürlich müssen bei jeder wirtschaftlichen Betrachtung auch die einmaligen Investitionskosten berücksichtigt werden. Und diese sind ein gewichtiges Argument für einen Solar-Heizstab. Er liegt preislich deutlich unter anderen Lösungen wie einer Wärmepumpe und lässt sich schnell und günstig installieren. Im Prinzip funktioniert ein PV-Heizstab wie ein Tauchsieder: Er wird in den Pufferspeicher getaucht und heizt das gespeicherte Wasser auf. Dabei lässt er sich in mehreren Stufen regeln. Mit dem shine Energiemanager haben wir eine Lösung entwickelt, die den Heizstab entsprechend der Menge an überschüssigem Strom ansteuert, sodass niemals teurer Strom vom Netz, sondern nur günstiger PV-Strom zum Heizen benutzt wird. Mit geringen Investitionen steht eine Lösung, die günstig, effizient, auf viele Jahre wartungsfrei ist und uns ein großes Stück unabhängiger macht.